Auslandssemester in Dublin: Mein großes Fazit & Tipps

Ich kann es gar nicht glauben, dass mein Auslandssemester in Dublin schon wieder zu Ende ist. So lange Zeit arbeitet man darauf hin, organisiert, plant, freut sich, bekommt Panik, freut sich wieder. Und plötzlich ist es soweit. Und ein paar gefühlte Momente später ist es schon wieder vorbei. Das finde ich viel zu traurig und ich habe längst noch nicht damit abgeschlossen ;) Deshalb wird es auch weiterhin vielleicht ab und zu etwas von Dublin zu hören geben, denn mit meinen Reisetipps bin ich noch lange nicht am Ende, selbst wenn ich wieder hier bin. Teil der Erasmus-Voraussetzungen ist es, dass man nach Abschluss des Auslandssemesters einen detaillierten Bericht abgibt. Sowas macht mir ja bekanntlich Spaß, ist aber auch ziemlich aufwendig. Zu aufwendig als dass es nur auf irgendeinem Erasmus-Büro-Server schlummert, dachte ich mir. Also habe ich meinen Bericht etwas blogtauglich angepasst und präsentiere euch heute stolz: Mein großes Fazit zu meinem Auslandssemester in Dublin. Ich erzähle euch alles zur Vorbereitung, Organisation, Planung, dem Leben in Dublin, dem Studium, den Kosten, die auf euch zukommen und was euch bei einem Auslandssemester in Dublin noch alles erwartet.

Auslandssemester in Dublin Erasmus Tipps Erfahrungsbericht

Auslandssemester in Dublin: Vorbereitung, Planung und Organisation

Die Vorbereitungen für das Auslandssemester in Dublin waren für mich wohl die größte Herausforderung von allem. An sich ist es wirklich nicht kompliziert und wenn man allen Schritten folgt, die einem die Universität sowie das ERASMUS-Büro zuschicken, kann eigentlich nichts schiefgehen. Trotzdem gab es einen Punkt, der mich gegen Ende etwas meine Nerven gekostet hat. Dazu komme ich aber gleich. Begonnen haben die Vorbereitungen ja zuerst einmal mit der Bewerbung für das Auslandssemester. Dublin war meine erste Wahl und obwohl dieses Ziel sehr beliebt ist, hat es geklappt. Ich würde jedem raten, viel Mühe und Herzensblut in das Motivationsschreiben zu stecken, meiner Meinung nach lohnt sich das sehr. Ab dem Zeitpunkt der Bestätigung ging dann alles soweit ganz leicht. Man bekommt sehr ausführliche E-Mails und Checklisten, die alles beinhalten, was zu tun ist. Am besten immer gleich erledigen, dann schwirrt es einem nicht so sehr im Kopf herum. Nach dem ganzen Papierkram und den Anmeldungen ist man eigentlich nur noch mit zwei Dingen auf sich alleine gestellt: Einen Flug zu buchen und eine Unterkunft zu finden. Ersteres war leicht: Ich habe ein One-way-Ticket als Hinflug gebucht (zum ersten Mal in meinem Leben, yeah!) und zusätzlich zum Handgepäck noch 30 Kilo Aufgabegepäck gebucht. Somit war mein Gepäck zwar teurer als der eigentliche Flug, 29.9 Kilo habe ich aber auch gebraucht.

Etwas schwerer hat sich dagegen die Unterkunftssuche gestaltet: In Dublin ist es ja extrem schwierig, eine einigermaßen bezahlbare Bleibe zu finden und leider gibt es am DIT (noch) kein Studentenwohnheim am Campus. Andere Studentenwohnheime kamen für mich eher nicht in Frage, da die Preise wirklich unheimlich hoch sind (um die 800 Euro im Monat für ein geteiltes Zimmer!) und ich oft nicht so positives darüber gehört habe. Deshalb habe ich eine Unterkunft über diverse Facebook Seiten (zum Beispiel „The Ideal Flatmate Dublin“) und die Platform Daft.ie gesucht. Mit jedem Versuch sind meine Ansprüche und meine Hoffnung gesunken – doch 3 Tage vor Abreise hatte ich dann doch noch Glück und konnte ein WG-Zimmer finden, das bezahlbar und in einer einigermaßen guten Lage war. Insgesamt ist die Vorbereitung also zwar nicht zu unterschätzen, mit der richtigen Planung und Organisation aber total gut machbar. Man sollte sich jedenfalls nicht von dem bisschen Papierkram abschrecken lassen, denn die Erfahrungen, die man während des Auslandssemesters macht, sind das tausend Mal wert.

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Auslandssemester in Dublin: Wo wohnen?

Wie eben erwähnt, ist es gar nicht so einfach, in Dublin eine Unterkunft zu finden. Viele meiner Freunde haben auch erst vor Ort etwas gefunden: Ich würde mich also nicht verrückt machen, wenn es vor der Abreise nicht klappt. Meistens wollen die Personen einen doch persönlich kennenlernen, bevor sie einem zusagen. Und auch für sich selbst ist es vielleicht gar nicht schlecht, die Unterkunft erst einmal gesehen zu haben, bevor man dort einzieht. Ich hatte jedenfalls dann doch noch Glück und konnte direkt als ich ankam in mein WG-Zimmer einziehen. Ansonsten hätte ich mir einfach für ein paar Tage ein Hostel gebucht und dann von hier aus weitergesucht. WGs oder Vermieter würde ich trotzdem schon vor Abreise anschreiben, so kann man schon einmal Besichtigungstermine ausmachen. Insgesamt sollte man was die Wohnung angeht aber keine zu hohen Standards erwarten. Ich persönlich hatte zwar viel Glück, ich habe aber auch viele andere Unterkünfte gesehen. Sagen wir es so, geteilte Zimmer, schimmelige Bäder und undichte Fenster sind hier keine Seltenheit. Für ein paar Monate ist das aber auch völlig in Ordnung und das macht ja auch den Charme Dublins aus ;)

Was die Lage angeht: Dublin ist ja durch den Fluss (River Liffey) in Norden und Süden geteilt. Die südlichen Viertel (gerade Zahlen, also Dublin 2, 4, 6, 8, usw.) gelten als die „besseren“ Wohngegenden. Ausnahmen sind Dublin 1 (Stadtzentrum) und Dublin 7 (Docklands, wo alle großen Firmen sind). Ich habe in Dublin 8 gewohnt und konnte somit in 20 Minuten zur Uni laufen. Das ist übrigens sehr viel Wert, denn die Verkehrsmittel (vor allem Busse) in Dublin sind etwas chaotisch und man kann sich nicht wirklich auf die Abfahrtszeiten verlassen – abgesehen davon, dass es auf teuer recht teuer wird!

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Auslandssemester in Dublin: Orientierungsphase und Studium

Am DIT hatte ich, wie alle anderen Erasmus und International Students in der ersten Woche eine Welcome Week. Das ist vor allem deshalb sehr praktisch, weil man gleich zu Beginn die anderen Austauschstudenten kennen lernen kann. Außerdem bekommt man einen ersten Einblick in die Uni: Wichtige Abläufe, Anlaufstellen sowie auch eine Führung durch die Uni waren unter anderem am Programm. Auch wenn die Uni offiziell erst eine Woche später losgeht, würde ich jedem unbedingt empfehlen, schon an der Welcome Week teilzunehmen. Das ist wirklich wichtig, um den Anschluss nicht zu verpassen. Die meisten Leute, mit denen ich auch heute noch zu tun habe, habe ich tatsächlich schon in den ersten Tagen der Welcome Week kennengelernt!

Insgesamt hat man als Austauschstudent am DIT in Dublin relativ viel Freizeit. Ich hatte pro Woche nur 12 Unistunden, den Rest hatte ich frei. Das ist natürlich super, wenn man auch noch ein bisschen die Stadt und auch das Land erkunden möchte. Ich würde übrigens jedem empfehlen, eine kleine Liste der Dinge zu schreiben, die man unbedingt gesehen haben möchte. Denn auch wenn 4 Monate nach einer langen Zeit klingen, gehen sie so schnell um, dass man das ein oder andere vielleicht gar nicht mehr schafft. Für mich war es sehr wichtig, so viel wie möglich von Irland zu sehen. Deshalb war ich am Wochenende oft unterwegs: Kurztrips oder Tagestrips bieten sich in Irland wunderbar an, da das Land so klein und somit alles relativ leicht zu erreichen ist. Außerdem gibt es am DIT extrem viele Societies, also „Clubs“, denen man beitreten kann. Da wären zum Beispiel die Dance Society, bei der es täglich Tanzkurse gibt. Ich war unter anderem auch Mitglied der Media Crew und habe mich mit anderen um den Uni-Blog gekümmert. Langweilig wird es einem während des Auslandssemesters in Dublin also sicher nicht!

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Auslandssemester in Dublin: Leben & Kosten

Das Leben in Dublin hat mir extrem gut gefallen. Es ist eine sehr lebendige Stadt, in der jeden Tag der Woche etwas los ist. Tagsüber hat die Stadt tolle Cafés, schöne Parks und coole Geschäfte (vor allem die Second-Hand-Shops haben es mir angetan) zu bieten. Abends überzeugen die vielen urigen Pubs, die an den meisten Tagen entweder Live-Musik oder Comedy zu bieten haben. Dazu findet ihr ja auch schon ganz viele Tipps auf dem Blog! Ganz besonders schön wurde das Leben hier aber natürlich auch durch die vielen lieben Menschen, die ich kennen lernen durfte. Diese haben das Leben in Dublin um einiges bereichert.

Das Leben in Dublin ist nicht ganz billig, von München bin ich das allerdings schon gewohnt. Das teuerste sind wohl die Mietpreise, gefolgt von Alkoholpreisen: Ein Bier kostet zum Beispiel im Durchschnitt (je nachdem natürlich wo) um die 5 oder 6 Euro. Was Supermärkte angeht, schwanken die Preise extrem! Deshalb würde ich jedem, der längere Zeit in Dublin wohnt empfehlen, bei Lidl oder Aldi einzukaufen. Dort ist das Preis-Leistungs-Verhältnis am besten und auch wenn es ein bisschen Fußweg in Anspruch nimmt, ist es das definitiv wert.

Ich würde jedem auch empfehlen, vor der Ankunft einen Plan aufzustellen, wie man sich das Auslandssemester finanziert. Ich persönlich habe es mir durch 1. durch Arbeit angespartes Geld, 2. durch die Erasmus-Förderung und 3. durch Home-Office Arbeiten von Dublin aus finanziert. Natürlich hängt es dann auch von jedem individuell ab, wie viel er während eines Auslandssemesters in Dublin ausgibt. Ich habe meine Ausgaben aber immer in meiner App dokumentiert und konnte so nach einem Monat schon einen ganz guten Überblick haben. Die Ausgaben, die anfallen und über die man sich auch schon im Vorhinein bei der Planung Gedanken machen sollte sind: Miete und andere Fixkosten, Lebensmittel, Fahrtkosten (falls man auf ein Busticket angewiesen ist), Sport (z.B. Fitnessstudio), Freizeit (Essen gehen, Feiern, Pubs…), Ausflüge und Reisen.

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Auslandssemester in Dublin: Mein Fazit

Das Auslandssemester war für mich definitiv eine der schönsten Zeiten meines Lebens und in vielerlei Hinsicht unheimlich bereichernd. Neben den vielen Erinnerungen habe ich auch ein paar Erkenntnisse und Eigenschaften für immer mit nach Hause genommen. Erstens einmal ist mir klar geworden, wie wertvoll es ist, das tun zu können, was man möchte, frei zu sein sozusagen. Und das meine ich nicht nur zeitlich, sondern auch was die eigenen Entscheidungen angeht. Das ist etwas, das wir meiner Meinung nach viel zu oft vergessen: Wir und nur wir selbst sind verantwortlich für unsere eigenen Entscheidungen, für den Weg den wir gehen und diese Entscheidungen kann man jeden Tag aufs Neue treffen. Außerdem verbringt man während des Auslandssemesters so viel Zeit mit sich selbst wie sonst wohl nie. Denn selbst wenn immer viel los ist und man viel unterwegs ist, ist man am Ende des Tages immer auf sich allein gestellt. Und dabei lernt man Facetten an sich kennen, von denen man davor gar nichts wusste. Und zu guter Letzt habe ich natürlich auch an Offenheit und Selbstbewusstsein gewonnen – das hängt auch eng mit dem zusammen, dass ich hier ganz auf mich alleine gestellt bin und das zum ersten Mal in meinem Leben.

Zum Schluss noch die beste und schlechteste Erfahrung, die ich während meines Auslandssemesters in Dublin gemacht habe. Die beste Erfahrung – und es ist wirklich nicht einfach, eine aus allen zu wählen – war unser Wochenende in Belfast und zu merken, wie schnell mir die Menschen hier so stark ans Herz gewachsen sind. Die schlechteste Erfahrung war es plötzlich zu merken, wie abartig schnell die Zeit am Ende vergeht und dass man nicht mehr alles schafft, was man sich vorgenommen hatte. Ich glaube, das fasst meine Einstellung zu meiner Zeit in Dublin ganz gut zusammen. Ich kann ein Auslandssemester in Dublin also wirklich jedem ans Herz legen, der die Möglichkeit hat!

Auslandssemester Dublin Erasmus Tipps Erfahrungsbericht

Da es sich hierbei um einen sehr ausführlichen Bericht handelt und ich viel Zeit und Mühe hineingesteckt habe, würde es mich natürlich ganz besonders freuen, wenn ihr mir ein kurzes Feedback da lasst und mir verratet, ob ihr es interessant und hilfreich fandet? :)

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Comments

  1. Willkommen zurück in Deutschland und danke für deine ausführlichen Eindrücke! Der Bericht macht große Lust, Irland selbst zu erkunden. :)

  2. Hallo Lea,

    willkommen zurück! Mein Studium ist schon ne Weile her , aber ich war damals auch für ein Semester weg. Mich verschlug es nach Neuseeland. Ich kann deine Erfahrungen voll und ganz bestätigen – vor allem die persönliche Entwicklung, die man durchmacht, die eigene Freiheit und die Traurigkeit, wenn es vorbei ist. Für mich waren die ersten Wochen in Deutschland deshalb besonders hart – ich hatte tatsächlich Heimweh nach Neuseeland, obwohl ich meine Familie und meine Freunde schrecklich vermisst habe, als ich weg war. Verrückt, oder? Aber ein Auslandssemester ist so einmal und prägend, dass einem Land und Leute besonders ans Herz wachsen. Ich habe jedenfalls Freunde fürs Leben gefunden. Manche habe ich seit Jahren nicht gesehen, aber wir schreiben uns noch ab und zu und besuchen uns gegenseitig. Was das angeht, ist Dublin definitiv die bessere Wahl ;-) In diesem Sinne, sei nicht allzu wehmütig, dass du nicht alles sehen konntest, was du dir vorgenommen hast. Ich glaube, das schafft man nie, egal, wie lange man irgendwo lebt. So hast du schon die ersten Ideen für den nächsten Irland-Trip.

    Ganz liebe Grüße!

    Hannah

    • Liebe Hannah,
      ich habe mich gerade total gefreut über deinen lieben Kommentar! Ja, es ist wirklich ein komisches Gefühl, wenn man etwas vermisst obwohl man gleichzeitig glücklich ist Freunde & Familie wieder bei sich zu haben. Aber wie du sagst, die Erfahrung ist so viel wert und ich bin mir auch sicher, dass diese Freundschaften für immer halten können, auch wenn die Distanz es einem nicht unbedingt leicht macht ;)
      Ich schicke ganz liebe Grüße zu dir! Lea

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