Blog Talk: Was Blogzahlen bedeuten und warum wir sie nicht einfach ignorieren können

Follower, Seitenaufrufe, Visits, Verweildauer – wenn man einen Blog hat, ist es fast unmöglich, um diese Begriffe herumzukommen. Das ist, als würde man es im Supermarkt schaffen, an die Kasse zu gehen, ohne mindestens einmal vor dem Schokoladen- und dem Zeitschriftenregal stehen geblieben zu sein oder sie zumindest registriert zu haben. Also ja, ZIEMLICH unmöglich. Aber was bedeuten diese Zahlen eigentlich? Sind sie nun wirklich so wichtig – oder verderben sie einem einfach nur den Spaß an der Freude? Schwieriges Thema, ich weiß! Denn egal wie sehr man versucht sich einzureden, dass Zahlen doch nicht alles sind, gelingt es einem doch nicht, sie komplett zu ignorieren – jedenfalls geht es mir so. Was haben diese Zahlen magisches an sich, dass wir sie nicht guten Gewissens einfach abschreiben? Mir ist klar, dass die Meinungen hier sicherlich weit auseinandergehen und dass jeder anders denkt. Aber meine Gedanken zu dem Thema möchte ich trotzdem gerne mal loswerden. Also lasst uns KLARTEXT sprechen :-)

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Mir fällt es jetzt wirklich nicht leicht, das zuzugeben, aber JA es kommt vor, dass ich auf mein Instagram Profil klicke, mein Blick auf meine Followerzahl fällt und ich noch genau weiß, wieviele es waren, als ich letztes Mal geguckt habe. Und ja, es kommt auch vor, dass ich abends auf Google Analytics gehe und mich frage, warum der Blog weniger Seitenaufrufe als sonst hat. Und ja, es kommt sogar vor, dass ich bei einem neu entdeckten Blog nachschaue, wieviele Follower er auf Facebook hat – nur aus Interesse. Puh, wenn man das so runterschreibt, klingt das echt noch armseliger, als wenn man es nur macht. Ich hoffe einfach mal an der Stelle, dass der ein oder andere gerade schmunzelt oder durchatmet und sich denkt „ich bin nicht die einzige“. Ich stelle mir einfach mal vor, dass das gerade einige von euch denken – jetzt geht’s mir schon besser!

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In letzter Zeit habe ich mich öfter gefragt, wie es eigentlich dazu gekommen ist, dass ich Zahlen überhaupt Aufmerksamkeit schenke. Ich meine, in der Schule hätte man mich mit Zahlen oder Statistiken jagen können! Meinen Blog habe ich angefangen, weil ich einfach richtig Lust darauf hatte, alles Schöne in meinem Bastel-Alltag auf einer eigenen, selbst gestalteten Seite festzuhalten. Was eigenes eben, bei dem man sich richtig austoben und alles nach der eigenen Nase machen kann. Einfach für mich. Natürlich auch für andere – ist ja schließlich im Internet, das Zeug. Aber in erster Linie weil ICH Lust darauf hatte. Von Zahlen oder davon, dass sie mal eine Rolle spielen würden, hatte ich damals keine Ahnung. Ich wusste nicht einmal, was der Unterschied zwischen Sessions, Visits oder Views ist. Als der Blog dann online ging, habe ich bei jedem einzelnen Seitenaufruf und bei jedem einzelnen Like einen kleinen Freudensprung gemacht. Und zwar weil es einfach ein unglaubliches Gefühl ist, wenn man merkt, dass sich ein Mensch da draußen für das interessiert, was man macht. Es ist eben eine Art Bestätigung und ein Gefühl von Wertschätzung, das einem solche Zahlen geben. Ich glaube, dass genau dieses Gefühl einen Teil der Magie um Blogzahlen ausmacht. Und daran ist ja auch nichts Falsches. Ist es nicht menschlich, nach Bestätigung und Anerkennung zu suchen?

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Aber sind wir mal ehrlich – das ist nicht der einzige Grund, warum uns Blogzahlen etwas bedeuten. Denn, man muss der Wahrheit mal ins Gesicht sehen, Unternehmen interessieren nunmal nicht, wie nett wir sind, sondern Dinge wie Follower und Reichweite. Und wer findet es nicht schön, mit coolen Unternehmen zusammenarbeiten zu können? Ich gebe zu – ich finde das sogar sehr schön. Allerdings ist auch das nicht der Grund, warum ich mit dem Bloggen angefangen habe. Und was bringen mir tausende von Seitenaufrufen von anonymen Lesern im Netz, die über Google auf mich stoßen, wenn ich nichts von Ihnen höre? Wenn ich keine lieben Worte unter meinen Beiträgen sehe und nicht weiß, was sie selbst denken und machen? Das bringt mir herzlich wenig in meinen Augen. Denn die größte Freude an dem Ganzen hier bereitet mir nunmal das, was ihr mir zurückgebt: Anregungen, Komplimente, Fragen, Meinungen, Tipps. Dieser Austausch ist es, der Blogs doch letzendlich von irgendwelchen Magazinen abhebt und der das alles hier so reizvoll macht. Ich würde keinen einzigen von euch treuen Lesern, die immer mitlesen (still oder laut) gegen tausend anonyme Follower eintauschen. Also JA – Zahlen bedeuten etwas, aber sie bedeuten eben nicht alles.

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Und wenn mich doch mal wieder der Zahlenwahnsinn überkommt, dann stelle ich mir einfach bildlich meine Follower vereint in einem Raum vor – und bin stolz darauf, dass das wohl eine ziemlich enge und stickige Angelegenheit sein könnte ;-)

So, die Diskussion ist eröffnet! Ich habe mich geoutet also bitte, tut auch ihr eure Meinung kund! Ich freue mich auf vielzähligen Input und euren Standpunkt!

 

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Comments

  1. Guten Morgen liebe Lea!
    Da haust du an einem freien Freitag ja etwas raus. Ich bin dir wirklich dankbar für deine Worte.
    Ich glaube die Zahlen sind das ‚einzige‘, was Blogger untereinander irgendwie vergleichbar macht. Jeder hat seinen ganz eigenen Stil und zwei Blogbeiträge sind einfach nicht miteinander vergleichbar, wenn wir das Ganze aber schön mathematisch auf Like’s, Kommentare und Follower runter brechen, dann sind die zwei ganz individuellen Blogger auf einmal ein bisschen vergleichbar. Und vergleichen liegt wohl auch in der menschlichen Natur. Schon als kleine Kinder schauen wir, was der andere so kann und versuchen auch auf zwei Füßen zu stehen, manchmal kippeln wir noch und landen auf dem Hintern, aber wir orientieren uns gerne an den anderen.

    Beim Bloggen sind wir ja auch einfach nur Menschen, die das machen, was sie lieben und was ihnen Freude bereitet. Ich finde es gar nicht schlimm sich an anderen zu orientieren, weil einem gefällt was die anderen machen, aber man sollte sich selbst trotz aller Zahlen immer treu bleiben.

    Die Anerkennung kommt nicht mit 100 Herzen bei Instagram, sondern dem einen Kommentar, der genau aus das eingeht, was man geschrieben hat.

    Hab einen ganz wunderbaren Tag!

    Herzliche Grüße,
    Hanna

  2. Ich gestehe, ich schaue auch immer wieder in die Statistiken. Klar, wollen wir alle für und und die Leser bloggen, aber man sollte durchaus wissen, wie viele es sind udn was sie am meisten interessieren. Man muss einfach für sich selbst entscheiden, wie stark man sich von den Zahlen beeinflussen lässt. Ein schlechter Tag geht an mir jeden Falls auch nicht ohne ein „warum will das keiner lesen“ vorbei.

  3. Natürlich interessieren mich die Zahlen! Ich mein, man steckt ja auch eine Menge Arbeit in so einen Post und wenn man dann das Gefühl hat, keiner liest es, dann ist das schon unmotivierend. Im Moment merke ich eine leichte Blogmüdigkeit, oder kommt mir das nur so vor? Jedenfalls sind die Zahlen rückläufig oder mit den Statistiken stimmt was nicht (was ich aus anderer Ecke hörte). Ich sag es mal so: an manchen Tagen demotivieren mich die Zahlen, an anderen motivieren sie mich, noch besser zu werden. Und ja, oft, wenn ich ein Blogtief habe, kommt dann doch ein lieber Kommentar, dass jemand etwas nachgemacht hat oder meinen Blog schön findet und dann macht man doch weiter :-)
    LG
    Tinka

  4. Liebe Lea,

    darüber habe ich mir ja kürzlich auch Gedanken gemacht
    und für mich beschlossen, mich davon in keinster Weise beeinflussen
    zu lassen.
    Natürlich beeindruckend die Zahlen manchmal, und manchmal auch eben nicht.
    Sie geben ein Feedback und lassen sich analysieren.
    Aber davon soll mein Blog-Glück, meine Blog-Leidenschaft und vor allem mein Blog-Stil
    nicht abhängig werden.
    Persönliche Worte, liebe, inspirierende Worte, Feedback gebende Worte und der Austausch
    untereinander haben so viel Wert und zeugen von so viel Aufmerksamkeit und Anteilnahme,
    das können schnöde Zahlen nunmal nicht ;)
    Aber ja, auch ich schaue mir die Zahlen an, versuche aber nicht, sie zu werten.
    Ich mag es bei dir und freue mich, dich im Bloggerland getroffen zu haben :)

    Liebste Grüße
    Julia

    PS: Die Vase erinnert mich auch immer wieder lächelnd an dich und deinen Blog… <3<3<3

  5. Ich schaue natürlich auch immer wieder auf meine Statistiken, glaube das tut jeder Blogger und natürlich ist mir die Leserzahl auch wichtig, aber wie du schon sagtest natürlich auch nicht alles. Aber ich würde lügen, wenn ich sage, dass sie bei mir keine Rolle spielt. Jedoch freue ich mich auch viel mehr über tolle Kommentare und merke, dass ich mir da viel mehr einen Kopf mache, wenn es mal wieder weniger Kommentare gibt, was ja zum Beispiel jetzt bei dem schönen Wetter auch normal ist, dass da weniger kommentiert wird, da alle draußen unterwegs sind. Aber obwohl ich das weiß, frage ich mich dann sofort, ob es an den Beiträgen liegt, irgendwas nicht mehr passt, selbst wenn es eigentlich das Wetter ist. Aber Kommentare motivieren mich persönlch am meisten, um weiterhin zu bloggen und darüber lerne ich nun mal auch viele tolle Menschen kennen. Somit ist es mir sehr wichtig, auf anderen Blogs zu kommentieren, aber auch auf jedes Kommentar zu antworten. Immerhin nehmen sich ja auch Leser und Besucher Zeit dafür und das sollte man auch wertschätzen.

    Somit spielen die Zahlen natürlich auch bei mir eine Rolle, aber über tolle Kommentare freue ich mich einfach viel mehr. Toller Beitrag, finde es auch super, dass du mal ganz ehrlich über den Zahlenwahnsinn geschrieben hast.

  6. Meine liebe Lea,

    ich gehöre nicht zu den Leuten, die dich wegen der Ehrlichkeit hier verurteilen – im Gegenteil, ich bin ganz bei dir ;)
    Genauso wie du dich am Anfang gefühlt hast, so war es bei mir auch! Ebenso der Verlauf und jetzt stehen wir hier – wollen einerseits uns sagen ‚Zahlen sind unwichtig‘, aber andererseits ist das alles andere als egal…
    Ich denke, da muss jeder seinen eigenen Weg und die eigene Balance finden!
    Ein schwieriges Thema, das du zu einem schönen Blogpost zusammengetragen hast :*

    Hab noch ein fantastisches Wochenende und ganz viel Liebe zu dir,
    deine Rosy ♥

  7. Liebe Lea,
    besser hätte ich es nicht beschreiben können! Ich habe mir in letzter Zeit auch viele Gedanken um meine Statistiken gemacht, meine Graphen analysiert und mich irgendwann gefragt, was das alles soll…. So oft sehe ich zB. auf Instagram, dass jemand 30.000 Follower hat aber genauso viele Likes und Kommentare wie ich. Das wichtigste sind nämlich für mich persönlich keine mega Reichweite und tausende Follower, sondern meine eigene, kleine Community. Ja, Zahlen spielen beim Bloggen eine super wichtige Rolle, trotzdem darf man den Spaß an der Sache nie verlieren und ich freue mich so wie du über jeden einzelnen Leser und liebes Kommentar! :)
    Wünsch dir einen schönen Sonntagabend,
    Caro
    Madmoisell

  8. Liebe Lea,
    vielen Dank für diesen tollen Post – du sprichst mir wirklich aus der Seele!
    Ich stehe auch des Öfternen im Zwiespalt mit mir selbst. Auf der einen Seite erwische ich mich doch des öftern um zu schauen ob sich an den „Zahlen“ etwas bewegt hat. Auf der anderen Seite denke ich mir aber dann auch – ich blogge ja in erster Linie für mich. Klar, dass wenn man sich für einen Post viel Mühe gegeben und Zeit investiert hat, dass man dann auch gelesen werden möchte. Ich denke das steht außer Frage. Trotzdem sollten wir uns da nicht zu sehr reinstressen. Ein Blog sollte ja letzten Endes Spaß machen, Zahlen hin oder her :-)
    LG Steffi

  9. Ich reihe mit dazu bei den anonymen Statistikern… ;)
    Und es ist wirklich Selbstfolterung. Denn wenn ich merke, dass Followerzahlen zurückgehen oder eben Seitenaufrufe, gebe ich mir mal ganz schnell selbst die Schuld und schon kommen Selbstzweifel hoch. Und das ist in Wirklichkeit gar nicht so! Die Leute haben eben manchmal was Besseres zu tun ;) So wie jetzt am Wochenende… Grandioses Wetter und kaum Besucher auf den Blog. So ist das eben. Ich war selbst auch viel lieber draussen, als die neusten Beiträge zu lesen. Trotzdem werde ich es wohl persönlich auch nicht lassen können immer irgendwelche Zahlen zu vergleichen ;D
    Aber wie Du auch schon sagt… die Interaktion mit den Lesern ist um einiges Wichtiger!! Da bin ich ganz bei Dir :)

  10. Liebe Lea
    Ach wie schön du das geschrieben hast… Völlig ehrlich – und ja, mir geht es auch so… Eigentlich will ich mich ja von Zahlen nicht beeinflussen lassen. Meinen Blog habe ich für mich gestartet, weil es mir Freude macht. Trotzdem ist es halt so, dass wir irgendwie ja alle nach ein wenig Anerkennung suchen… Und die Zahlen, die zeigen zumindest, dass man nicht einfach ins Nichts hinaus schreibt, sondern dass die viele Arbeit auch etwas bringt… Trotzdem sind Zahlen eben nicht alles – und mich persönlich freut ein lieber Kommentar auch viel mehr als eine Anzahl anonymen Besuchern… Die bringen zwar Zahlen, aber eben – können mir nicht sagen, wie sie meinen Blogpost denn so fanden…
    Ich glaube, das ist eine Gratwanderung in der wir uns da alle irgendwie befinden… Solange man einem Blog aber nicht anmerkt, dass es nur die Zahlen sind, die interessieren… Solange man merkt, dass aus dem Herzen geschrieben wird und nicht weil dieses Thema mehr Besucher bringt… Finde ich das auch völlig okay. Ich denke die Mischung macht es halt irgendwie aus…
    Auf jeden Fall finde ich es toll, hast du dieses Thema angeschnitten… Ja, ich glaube das geht doch den meisten von uns irgendwie so oder ähnlich =)
    Fühl dich lieb gedrückt
    Debby

  11. Toller Post! Ich schaue auch – viel zu oft – in die Statistiken. Aber mal ehrlich, wenn ich das nur allein für mich schreiben würde, würde ich es nicht online stellen. Natürlich möchte man, dass jemand das liest und sich anschaut, was man mit viel Liebe und Herzblut gemacht hat. Hanna hat es schon sehr schön ausgedrückt! Ich freue mich auch tausend mal mehr über einen schönen Kommentar oder eine ganz persönliche Email, als über 100 Herzen.
    Liebe Grüße, Sandy

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